Carbon Credits – die bald härteste Währung der Welt?

06. Oktober 2020

Um die Pariser Klimaziele zu erreichen bzw. die Klimaerwärmung auf 1,5 °C zu begrenzen, reicht es nicht, nur Emissionen zu reduzieren. Wir müssen bereits emittiertes CO2 wieder einfangen und über lange Zeit wegsperren. Neben Technologien wie Direct Air Capture ist vor allem der Pfad über die Herstellung und Nutzung regenerativer Biokohle/Holzkohle sehr vielversprechend und muss eine tragende Säule dieser negativen Emissionen werden. Denn die notwendige Menge, die wir dauerhaft aus der Atmosphäre abziehen müssen, bis Ende des Jahrhunderts, ist enorm.

 

Hierbei geht es um rund 830 Gt CO2. Somit sind das

830.000.000.000.000 kg CO2,

die wir der Atmosphäre entziehen müssen. Da ist also was zu tun!

 

Damit aber dieses notwendige "Wegsperren" von CO2 nun starten kann, braucht es ökonomische Anreize und eine entsprechende politische Rahmenbildung. Während die Emissionsrechte weltweit in den letzten Jahren ökonomisch fast unbedeutend ausfielen, ist aktuell eine fast schon disruptive Trendwende zu beobachten.

Aber zuerst mal der Reihe nach: Die deutsche Bundesregierung hat 2017/18 beim Umweltbundesamt die Erhebung der gesellschaftlichen Kosten für u. a. CO2-Emissionen in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse wurden schließlich 2019 in korrigierter Form präsentiert, wonach in Deutschland dann in Folge ab 1.1.2021 die 25 €/t CO2 eingeführt wurden. Nur der Vollständigkeit halber: In der Studie des Umweltbundesamts stehen Kosten von mindestens 180 €/t CO2 bereits für das Jahr 2016. Dass man vor dem Hintergrund des Unterschieds zwischen den nun eingeführten 25 €/t und den notwendigen 180 €/t bald und beträchtlich nachlegen wird müssen, erscheint klar; auch bekommt man auf Basis der Studie erstmals fundiert eine Idee, wo denn die Reise kostentechnisch hingehen wird.

Jetzt würde man meinen, derartige Prozesse dauern ein paar Jahre, bis diese auch sichtbar und spürbar in diese Richtung gehen. Im Falle der Carbon Credits trifft das aber augenscheinlich nicht zu. So hat die Swiss Re, das zweitgrößte Rückversicherungsunternehmen der Welt, kürzlich verlautbart, dass die eigenen CO2-Kosten von 8 $ ab 01.01.2021 auf 100 $ erhöht werden und man bis 2030 auf 200 $ gehen wird.

Damit kann man eigentlich schon einloggen, dass die 180 €/t bis 2030 sehr real sind. Die Erklärung von Microsoft Anfang des Jahres, man wolle historisch bis 2050 CO2-negativ werden, wird seinen Beitrag zur aktuellen Carbon Credits-Preisentwicklung wohl beigetragen haben und weiter beitragen.

Alles in allem steht für uns damit fest: Die Holzkohle ist als Produkt unserer Energiesysteme nicht mehr wegzudenken! Ganz im Gegenteil: Wir sehen uns schon Energiesysteme bauen, die Holzkohle in ausreichenden Mengen für den Carbon Credits-Markt zur Verfügung stellen werden.

 

carbonfuture

Derzeit müssen sich unsere Kunden noch um den Verkauf der Holzkohle kümmern, jedoch wird sich das in den nächsten Jahren eventuell ändern. Bei 180 €/t CO2 und bei einem via EBC-Sink Zertifikat verifizierten Sequestrierungsfaktor von 2,8, bringt eine Tonne unserer wertvollen Holzkohle dann gut 500 € an zusätzliche Carbon Credits* ein. Da beispielsweise ein Holzkraftwerk vom Typ CW1800-500 bis zu 500 Tonnen an nachhaltiger Holzkohle pro Jahr produziert, lässt sich klar erkennen, dass sich die Produktion von ebendieser zukünftig durchaus als ein lukratives Geschäftsmodell herausstellen kann.

*Zertifizierte Carbon Credits von unseren Holzkraftwerken gibt’s übrigen schon heute zu kaufen und werden u.a. auf www.carbonfuture.earth gehandelt.

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