We are going net zero!

26. Februar 2021

Neben Strom, Wärme und Holzkohle produzieren unsere klimapositiven Energiesysteme über die erzeugte Holzkohle ja auch handelbare Carbon Credits. Carbon Credits entstehen, wenn man der Atmosphäre CO2 entzieht und dieses nicht mehr freisetzt. Bei Holzkohle handelt es sich dabei um gespeichertes CO2 durch die Pflanze bzw. den Baum. Durch die Verkohlung wird das CO2 quasi konserviert – und wenn man diese Kohle dann etwa in den Boden einarbeitet, wird es auch über Jahrtausende nicht mehr freigesetzt: Ein Carbon Credit ist geboren.

Damit nun solche Carbon Credits auch einen Wert für den potenziellen Käufer haben, muss die Produktionskette sowie das System, das diese herstellt, zertifiziert werden. Das European Biochar Certificate (EBC) stellt ein derartiges Zertifizierungssystem für Holzkohle bzw. Biochar zur Verfügung. Geht man nun durch ein derartiges Prozedere, stellt man recht schnell fest, dass unser klimapositives Holzkraftwerk bis zum Einschalten mal vor allem CO2 freisetzt. Es kommt also mit einem Rucksack an CO2 Schuld zum Kunden. Ähnlich wie eine Photovoltaikanlage muss unser Energiesystem diese „Erbschuld“ zuerst mal abarbeiten. Konkret werden die Carbon Credits mit dieser Erbschuld belastet, was unseren Kunden dann im Handel mit den Zertifikaten weniger Erträge einspielt.

Soweit zur Ausgangslage. Um diesen Nachteil auszugleichen, haben wir uns also vorgenommen, uns und unsere Energiesysteme CO2-neutral zu stellen und dem Kunden so ein erbschuldfreies Energiesystem zu überlassen. Der Plan: We go net zero!

Wie das mit Vorsätzen oder Ideen so ist: Sie zu haben, ist noch recht einfach, da man noch nicht ahnt, was sich eigentlich dahinter versteckt. Nun, SynCraft als Unternehmen mit seinen direkt verursachten Emissionen auf Null zu stellen, erschien zunächst eine bewältigbare Aufgabe zu sein. Zudem sind unsere Flugstunden 2020 deutlich gesunken… Das muss doch machbar sein?! Am Ende würden wir unsere Erbschuld dann mit Carbon Credits von www.carbonfuture.earth, wohin unsere Kunden ja ihre Credits bereits verkaufen, begleichen.

Wenn man sich allerdings im Detail damit auseinandersetzt, kommt man recht schnell zum „Greenhouse Gas (GHG) Protocol“ (https://ghgprotocol.org), und man lernt gleich, dass es mit der eigenen Schuld nicht getan ist – denn auch wir als Unternehmen kaufen ja Produkte und Dienstleistungen mit einer CO2 Schuld ein. Hier kommen dann die so genannten Scopes ins Spiel, wie diese Darstellung zeigt:

Abbildung: Emissionen aus der Wertschöpfungskette und die Scopes des GHG Protokolls. Quelle: https://ghgprotocol.org/

Scope 1 betrifft den direkt verursachten Fußabdruck, also Firmenfahrzeuge, Heizung, Produktionsmaschinen und ähnliches. Scope 2 bezieht sich auf den Ballast, den wir über unseren Stromverbrauch einkaufen. Während diese beiden Scopes relativ einfach zu erheben sind, ist eine gehaltvolle Scope 3 Betrachtung eine wahre Mammutaufgabe, wie sich herausgestellt hat, und diese kann eigentlich von niemandem allein bewältigt werden. Dabei geht es nämlich um sämtliche Emissionen, die im Zuge der Produktherstellung anfallen, sowie dann jene während des Betriebs. Nun gut, den Betrieb überlassen wir dann gerne unseren Kunden, aber zumindest Scope 3 in der Beschaffung und Produktion wäre dann unser Part. Was bedeutet das aber nun konkret? Nehmen wir als Beispiel Stahlblech, das wir verbauen: Zuerst müssen wir nun wissen, woher das Blech genau kommt, dieses Stahlwerk muss seinerseits den Fußabdruck pro Tonne nach dem GHG Protokoll bestimmt haben und diese Daten zur Verfügung stellen; dann kommt noch der Transport und die Verarbeitung bis zum Ort der finalen Anwendung dazu. Solange nicht jedes Unternehmen diese Daten zur Verfügung stellt, ist die einzige Möglichkeit, Berechnungstools und Datenbanken heranzuziehen – diese berücksichtigen aber keine Live-Daten. Soll heißen, stellt sich das Stahlwerk nun ebenfalls Net Zero oder reduziert seinen Fußabdruck seinerseits um 30 Prozent, findet das in unserer eigenen Betrachtung keine Berücksichtigung. Das zeigt: Wenn nicht bald alle Produkte und Dienstleistungen ihren CO2-Fußabdruck offiziell mit ausweisen, wird diese Betrachtung nie genau sein.

Das ist aber jetzt kein Grund, nicht damit anzufangen. Ganz im Gegenteil: Ein Vorsatz ist ein Vorsatz, und wir begeben uns jetzt auf diesen Weg. We go net zero! Und wir werden Euch in 2021 immer wieder über unseren Fortschritt, aber auch über Besonderheiten auf dem Weg berichten. Als Schritt 1 werden wir bis Mitte des Jahres Scope 1 und 2 für 2020 analysieren und dann mit Carbon Credits von www.carbonfuture.earth ausgleichen. Carbon Future wird uns dabei tatkräftig unterstützen. Wir sind schon sehr gespannt darauf, was da rauskommen wird und wieviel ein derartiger Ausgleich mit vernünftigen Carbon Credits Preisen dann kosten wird. Bis Ende des Jahres ist dann geplant, auch Scope 3 zu erheben – wobei wir uns hier noch nicht ganz sicher sind, ob das überhaupt innerhalb eines Jahres bewältigbar ist. Mal schauen. Wir halten Euch jedenfalls, wenn Ihr wollt, am Laufenden. Gerne via Newsletter, aber auch über unsere Homepage und unseren LinkedIn Account.

Uns bleiben nurmehr wenige Jahre, in denen uns eine deutliche Trendwende gelingen muss. Es liegt nun an jedem Einzelnen, das Möglichste zu tun, es nicht weiter aufzuschieben. Und auch wenn wir schon gut sind, darf uns das nicht aufhalten, noch deutlich besser werden zu wollen. Die Herausforderung ist zu schaffen, aber nur gemeinsam. Zum Glück sind wir mit dieser Meinung nicht allein:

„Ich bin ein fundamentaler Optimist, denn ich habe gesehen, was Technologie erreichen kann – und ich habe gesehen, was der Mensch erreichen kann.“ Bill Gates (Quelle: Marketwatch)

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