Top Topics 2026: Erreichen wir den Energiewendepunkt?

21. Januar 2026

#Energiewende

Neue gesetzliche Rahmenbedingungen, steigende Ausbauziele für erneuerbare Energien und der wachsende Druck zur Defossilisierung bringen im Jahr 2026 Bewegung in die Energiebranche. Gleichzeitig wird immer deutlicher: Die Energiewende gelingt nicht durch einzelne Technologien – sondern durch ihr Zusammenspiel. Erneuerbare Energien, Bioenergie, Grüner Kohlenstoff, Dekarbonisierung, Defossilisierung und intelligente Minus-CO₂ Lösungen wachsen zu einem System zusammen. Genau hier liegen die Top Topics 2026 unserer Branche.

Braucht der Klimaschutz 2026 mehr als Energie?

Es scheint fast so , als würde das Jahr 2026 einen entscheidenden Energiewendepunkt markieren. Denn das Erreichen der Klimaziele und deren Deadline rückt immer näher. Daher ist es umso wichtiger, dass wir trotz der vielen Nachrichten und dringlichen Themen eines nicht aus dem Blick lassen: Das Wohlergehen unserer Erde bedingt unsere Existenz. Und das global. Unabhängig aller individuellen Brennpunkte. Mit diesem Fakt im Hinterkopf steigen wir ein, in ein komplexes und doch so logisches Thema: Ein klimafreundliches Energiesystem braucht mehr als Energie. Versorgungssicherheit, Systemstabilität und schonender Ressourcenumgang rücken 2026 in den Mittelpunkt.

Die zentrale Frage lautet daher heute und in Zukunft nicht mehr ob erneuerbare Energien wachsen, sondern wie sie sinnvoll zusammenspielen. Und das hat nichts damit zu tun, dass wir uns in einer Branchen-Bubble befinden. Die Top Topics für 2026 unserer Branche betreffen (nahezu) alle Wirtschaftszweige.


1. Energiewende mit System: Technologische Isolation lassen wir im letzten Jahr

Der massive Ausbau von Photovoltaik und Windkraft ist ein zentraler Pfeiler der Energiewende – doch 2026 wird deutlich, dass reiner Zubau allein nicht ausreicht. Mit steigenden Anteilen fluktuierender Erzeugung wachsen die Anforderungen an Systemstabilität, Speicherfähigkeit und Regelbarkeit. Die Energiewende entwickelt sich damit von einer reinen Erzeugungsfrage hin zu einer Systemfrage, bei der Versorgungssicherheit, Netzintegration und Sektorenkopplung im Mittelpunkt stehen. Dekarbonisierung bedeutet in diesem Kontext nicht nur emissionsarmen Strom zu erzeugen, sondern ein Energiesystem aufzubauen, das auch in Spitzenlastzeiten und bei Dunkelflauten zuverlässig funktioniert.

Bioenergie übernimmt dabei eine neue Rolle:

  • als flexibel regelbare erneuerbare Energie

  • als stabilisierendes Element im Energiesystem

  • als Brücke zwischen Strom-, Wärme- und Stoffströmen

Die Energiewende wird damit weniger eine Frage einzelner Technologien – sondern der intelligenten Kombination aller erneuerbaren Quellen.


2. Bioenergie: Rückgrat statt Randlösung

Lange Zeit wurde Bioenergie vor allem als Ergänzung zu Wind- und Solarstrom betrachtet. 2026 zeigt sich jedoch immer klarer: Bioenergie ist kein Nischenbaustein, sondern systemrelevant. Gerade im Kontext von Defossilisierung – also dem schrittweisen Ersatz fossiler Energieträger – spielt sie eine Schlüsselrolle. Denn Bioenergie ist erneuerbar, speicherfähig und bedarfsgerecht einsetzbar. Sie verbindet regionale Rohstoffverfügbarkeit mit technischer Planbarkeit und ermöglicht so eine Energiewende, die nicht nur klimafreundlich, sondern auch wirtschaftlich tragfähig ist.

Holzbasierte Bioenergie – die auch in den SYNCRAFT Rückwärtskraftwerken erzeugt wird – bietet:

  • planbare, bedarfsgerechte Energieerzeugung

  • Nutzung regionaler Reststoffe

  • Kopplung mit Industrie, Wärmenetzen und Infrastruktur

  • Im Falls SYNCRAFT: erneuerbare Energie, Grünes Gas und Grünen Kohlenstoff (auch: Biochar)

Damit wird Bioenergie zum strategischen Baustein für Gemeinden, Industrie und Energiesysteme, die nicht nur klimafreundlich, sondern auch resilient sein müssen.


3. Grüner Kohlenstoff: Nachhaltiger Klimaschutz ist mehr als Energie

Der Klimawandel lässt sich nicht allein über den Energiesektor lösen. 2026 rückt deshalb ein Rohstoff stärker in den Fokus, der Energie, Industrie und Klimaschutz verbindet: Grüner Kohlenstoff (Biochar). Er steht exemplarisch für einen erweiterten Klimaschutzbegriff, bei dem Dekarbonisierung und Defossilisierung zusammengedacht werden. Grüner Kohlenstoff ersetzt fossilen Kohlenstoff in industriellen Anwendungen und ermöglicht gleichzeitig, biogenen Kohlenstoff langfristig im System zu halten – statt ihn als CO₂ wieder freizusetzen.

Grüner Kohlenstoff erfüllt mehrere Funktionen gleichzeitig:

  • Defossilisierung industrieller Prozesse (z. B. Metallurgie, Baustoffe)

  • Dauerhafte Kohlenstoffspeicher in langlebigen Anwendungen (CO2-Senke)

  • Kopplung von Energieerzeugung und Materialnutzung

  • Minus-CO2 durch aktive Entnahme aus der Atmosphäre

Damit schließt Grüner Kohlenstoff eine entscheidende Lücke der Energiewende: Er ermöglicht es, Kohlenstoff im System zu halten, statt fossile Quellen weiter zu nutzen.


4. Sinnvolles Minus-Geschäft: Aus CO-Reduktion wird Minus- CO

Während sich Klimastrategien lange auf Emissionsvermeidung konzentrierten, verschiebt sich der Fokus 2026 zunehmend auf aktives Kohlenstoffmanagement. Dekarbonisierung bedeutet dabei nicht nur, weniger CO auszustoßen, sondern bestehende Kohlenstoffkreisläufe neu zu gestalten. Insbesondere biogene Systeme eröffnen die Möglichkeit, Kohlenstoff entweder stofflich zu nutzen oder langfristig zu binden. Damit entsteht ein Übergang von reiner Emissionsreduktion hin zu Lösungen, die auch Defossilisierung und CO-Substitution ermöglichen.

Im Mittelpunkt stehen:

  • Nutzung biogenen Kohlenstoffs (Grünen Kohlenstoff) statt fossiler Quellen

  • Kombination aus Energieerzeugung und CO₂-Bindung

  • klare Unterscheidung zwischen Emissionsreduktion und Carbon Removal

  • BCR kombiniert mit BECCS

Biochar-Anwendungen und integrierte Energiesysteme zeigen, wie CO nicht nur vermieden, sondern systemisch gebunden oder ersetzt werden kann – insbesondere in schwer dekarbonisierbaren Sektoren.


5. Sektorenkopplung wird zur Praxis

Was lange diskutiert wurde, wird 2026 Realität: Strom, Wärme, Gas, Industrie und Materialien wachsen zusammen. Die Energiewende 2026 ist geprägt von der Erkenntnis, dass Sektorengrenzen zunehmend verschwimmen. Sie lassen sich nicht länger getrennt betrachten, wenn Dekarbonisierung und Defossilisierung gelingen sollen. Erfolgreiche Projekte setzen auf integrierte Konzepte, bei denen Energie mehrfach genutzt, Abwärme verwertet und Stoffströme intelligent gekoppelt werden. Sektorenkopplung wird damit vom theoretischen Konzept zur praktischen Umsetzungsstrategie.

Erfolgreiche Energiewende-Projekte zeichnen sich durch:

  • Kopplung von Strom- und Wärmeerzeugung

  • Nutzung von Abwärme

  • Integration in industrielle Prozesse

  • Mehrfachnutzung von Ressourcen

Genau hier entstehen skalierbare Lösungen, die Klimaschutz, Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit verbindet.


6. Regionale Wertschöpfung: Energiewende im Hier und Jetzt

Neben technologischen Fragen gewinnt 2026 auch die regionale Dimension der Energiewende an Bedeutung. Geopolitische Unsicherheiten, volatile Märkte und globale Lieferketten zeigen die Grenzen fossiler Abhängigkeiten deutlich auf. Regionale, erneuerbare Energiesysteme – wie Rückwärtskraftwerke – leisten hier einen wichtigen Beitrag zur Defossilisierung, indem sie lokale Ressourcen nutzen und Wertschöpfung vor Ort halten. Die Energiewende wird damit greifbarer, akzeptierter und resilienter.

Im Fokus stehen:

  • Nutzung von Waldrestholz und Energieholz

  • regionale Energie- und Stoffkreisläufe

  • lokale Wertschöpfung und Akzeptanz

Dezentrale, erneuerbare Energiesysteme wir Rückwärtskraftwerke, die regionales Waldrestholz bzw. Energieholz nutzen, stärken nicht nur das Klima, sondern auch Regionen, Gemeinden und Industriestandorte.


Fazit: 20206 = Energie + Dekarbonisierung + Systemdenken

2026 markiert einen Wendepunkt der Energiewende. Während Dekarbonisierung lange vor allem über den Ausbau erneuerbarer Stromerzeugung definiert wurde, rückt nun die Defossilisierung ganzer Wertschöpfungsketten in den Mittelpunkt. Es geht nicht mehr nur darum, Emissionen zu reduzieren, sondern fossile Rohstoffe konsequent durch erneuerbare Alternativen zu ersetzen – in Energie, Industrie und Materialanwendungen.

Die Energiewende entwickelt sich damit von einer Stromwende zu einer Energie- und Kohlenstoffwende. Fluktuierende Erneuerbare bilden weiterhin das Fundament, doch erst die Kombination mit regelbarer Bioenergie, Sektorenkopplung und Grünem Kohlenstoff ermöglicht stabile, resiliente und skalierbare Systeme. Grüner Kohlenstoff schließt dabei eine zentrale Lücke: Er verbindet Energieerzeugung mit industrieller Defossilisierung und hält biogenen Kohlenstoff dauerhaft im Kreislauf, statt fossilen Kohlenstoff neu zu mobilisieren.

Erfolgreiche Klimastrategien 2026 denken Energie, Minus-CO2 und Industrie gemeinsam – regional, integriert und technologieoffen. Die Energiewende wird damit nicht nur emissionsärmer, sondern strukturell robuster. Weg von isolierten Lösungen, hin zu ganzheitlichen Systemen, die Dekarbonisierung und Defossilisierung gleichermaßen ermöglichen. Zurück nach Vorn.


Quellen

  • Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE): 2026 als Schlüsseljahr der Energiewende

  • Der Standard: Erneuerbare legen zu – bringt 2026 den Klimaschutz voran

  • Carbon Direct (2024): VCM & Carbon Removal Outlook

  • IEA Bioenergy: The role of bioenergy in integrated energy systems

(Alle Quellen dienen der thematischen Einordnung, Stand 2024/2025.)

 

02. Januar 2026

#Bautagebuch

B(l)aupause Wallern: Bautagebuch Phase 1+2

Wie entsteht eigentlich ein Rückwärtskraftwerk? Welche Schritte braucht es von der ersten Idee bis zur klimapositiven Energieerzeugung im laufenden Betrieb? Mit unserer neuen Blogserie „B(l)aupause" geben wir darauf eine klare Antwort. Am Beispiel des Projekts in Wallern nehmen wir euch mit auf die Baustelle und zeigen transparent, praxisnah und Schritt für Schritt, wie aus regionalem Waldrestholz ein modernes Energiesystem für Strom, Wärme und Grünen Kohlenstoff entsteht. Ein Bautagebuch über Planung, Zusammenarbeit und das Zusammenspiel vieler Gewerke – und darüber, wie Defossilisierung und Dekarbonisierung ganz konkret umgesetzt werden.

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Bildrechte: W. MARKGRAF GmbH & Co KG

15. Dezember 2025

#Klimapositiv

Klimapositive Betonfertigteile: MARKGRAF x ecoLocked x SYNCRAFT

Klimapositives Bauen, was kann man sich darunter vorstellen? Im Pilotprojekt von MARKGRAF und ecoLocked in Kemnath wird das sichtbar. Denn die markanten dunklen Farbpigmente des Betons sind kein reines Designstatement – sie sind der sichtbare Beweis für dauerhaft gebundenes CO₂ - und aktiven Klimaschutz. Möglich macht das der Grüne Kohlenstoff, welcher in unseren Rückwärtskraftwerken entsteht. Wird dieser dem Beton beigemischt, entsteht eine dauerhafte CO₂-Senke. Konkret bedeutet das: Über 10,68 Tonnen CO₂ wurden in diesem Projekt langfristig gebunden. Die schwarzen Pigmente im Beton verdeutlichen den Klimaschutz-Mehrwert und setzen ein sichtbar starkes Signal für die Bauindustrie sowie eine funktionierende Bioökonomie.

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29. September 2025

#Energiewende

Grüner Kohlenstoff in der Metallurgie

Die Metallurgie steht vor einer historischen Transformation: Während die Stahlindustrie für 5-7 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich ist, bietet Grüner Kohlenstoff eine revolutionäre Alternative zu fossilen Kohlen. SYNCRAFT zeigt mit seinen Rückwärtskraftwerken, wie aus regionalem Waldrestholz nachhaltiger Kohlenstoff für die Defossilisierung der Metallindustrie entstehen kann.

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21. August 2025

#Energiewende #Klimapositiv

Baustoffe mit Grünem Kohlenstoff: Die Zukunft des Bauens

Herkömmliche Baustoffe sind für rund 11% der globalen CO₂-Emissionen verantwortlich. Um das zu ändern, bedarf es innovativer, neuer Baumaterialien – die nicht nur CO₂-Emissionen einsparen, sondern zudem auch noch langfristig CO₂ binden. Und damit zur CO₂-Senke werden. Möglich machen das Baumaterialien, die beispielsweise Grünen Kohlenstoff enthalten.

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13. August 2025

#Energiewende #SYNCRAFT

Zertifikate für den Klimaschutz

Von A wie Antrag bis Z wie Zertifizierung: REACH-Registrierung, European Biochar Certificate, C-Sink-Zertifikate - bestätigte Qualität gegen den Klimawandel? Als einer der ersten Anlagenhersteller wurde wir bereits 2024 von Carbon Standards International (CSI) als „Endorsed System Provider" ausgezeichnet. Doch was bedeutet das konkret, welche Zertifizierungen sind wichtig und warum sind diese in unserer Branche so essentiell?

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17. Juli 2025

#Energiewende

Österreichs Zukunft der erneuerbaren Energie

Erneuerbare Energien sind heute weit mehr als nur eine Vision für morgen – an vielen Orten ist sie bereits die Gegenwart. Doch wie schlägt sich Österreich im internationalen Vergleich? Welche Technologien treiben die Energiewende voran, wo liegen die größten Herausforderungen und wie kann die Energiewende langfristig gelingen?

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